Die Geschichte der Hugenotten und Waldenser im Bild

Hugenottisches Handwerk

Ein spezifisch hugenottisches Handwerk gibt es nicht, wohl aber handwerkliche Berufe und Tätigkeiten, die von Hugenotten im Refuge (Zufluchtsland) besonders erfolgreich ausgeübt wurden, weil sie in Deutschland wenig oder gar nicht bekannt waren. Wir stellen die wichtigesten Berufsgruppen aus der Enzyklopädie des Philosophen und Schriftstellers Denis Diderot (1713-1784) ) und des Mathematikers und Physikers Jean le Rond d'Alembert (1717-1783) vor.

Hugenottenportraits A - Z

153 Bilder
in 5 Kapiteln alphabetisch geordnet
von Achard bis Zwingli

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Romeyn de Hooghe (1645-1708)
Tyranneien gegen die Reformierten in Frankreich

Der niederländische Graphiker Romeyn de Hooghe hat sich in den "Krieg der Bilder" gegen Ludwig XIV. von Frankreich mit äußerst aggressiven, ja brutalen, Darstellungen eingeschaltet. Er hat eindeutig für die "Refomierten" (Hugenotten) in Frankreich Partei ergriffen und die Gräueltaten gegen sie durch die Dragoner des Königs auf zwei großen Tafeln gegeißelt.

Die Geschichte der Hugenotten nach Chodowiecki

Nikolaus Daniel Chodowiecki wurde am 16. Oktober 1726 in Danzig als Sohn des polnischen Getreidehändlers Gottfried Chodowiecki (1698-1740) und der Marie Henriette Ayrer geboren. Der Vater unterrichtete den Sohn in Miniaturmalerei, seine Mutter, die aus der hugenottischen Familie de Vaillet stammte, erzog ihn in der französisch-reformierten Tradition der Réfugiés. Zeitlebens blieb Daniel Chodowiecki dieser Tradition treu. Biografie Chodowieckis » | Galerien besuchen »

Calvin

Erst Calvin (1509-1564) gelang es, den Fortbestand der evangelischen Bewegung in Frankreich und damit der Hugenotten mit seinen Schriften zu sichern. Calvin, 1509 in Noyon in der Picardie geboren, studierte in Paris, Orléans und Bourges Jura und Theologie. Er schloss sich um 1533 der Reformation an und war gezwungen, Paris 1535 zu verlassen.

Hugenottenkriege nach Merian

In dem von Matthäus Merian begründeten und in 24 Bänden zwischen 1633 und 1738 erschienenen Theatrum Europaeum sind ca. 720 Kupfertafeln enthalten. Sie zeigen textbegleitend historische Ereignisse. Sie befassen sich auch mit der Geschichte der Hugenotten und ihrer Verfolgung in Frankreich. Die Kupferstiche wurden u.a. von Matthäus Merian, Jan Luyken und Romein de Hooghe hergestellt. Eine Auswahl ist hier wiedergegeben. Einige dieser Stiche finden sich auch in Der Weltchronik Johann Ludwig Gottfrieds, die seit 1629 erschien und in dem Theatre des Martyrs/Schaubühne der Martyrer von Jan Luyken. Dieses Werk erschien 1698 bei Pierre van der Aa in Leyden.

Bildersturm

Der Bildersturm begleitete die Reformation im 16. Jahrhundert. Calvin und andere reformatorische Theologen überzeugten ihre Anhänger davon, dass die Darstellung Christi und der Heiligen eine Lästerung gegen Gott und die ersten zwei Gebote bedeutete. Daraufhin wurden vor allem in Kirchen Skulpturen und figürlichen Darstellungen auf Gemälden und Kirchenfenstern unwiederbringlich zerstört.

10-Gebote-Tafeln

Die 10 Gebote Gottes hatten als "Bildersatz" in den reformierten hugenottischen Kirchen von Anfang an eine wichtige Funktion. Die Gebote wurden auf Holz oder auf Stein und Marmor geschrieben und nicht selten mit Mose und Aaron ausgeschmückt. Auch in Schlosskapellen oder Sälen begegnen die Tafeln. Selbst in bürgerlichen Häusern der Hugenotten sind Dekalogtafeln nachgewiesen.

Abendmahlsmarken

Nach Calvins Kirchenzucht durfte nur zum Abendmahl, wer zuvor méreaux (Einzahl: mereau) erworben hatte durch ein züchtiges Leben und gegen eine Gebühr. Es sind Marken aus Blei, Zinn oder einem anderen unedlen Metall.

Bartholomäusnacht

Ausgerechnet in dem wirtschaftlich und kulturell fortschrittlichen europäischen Land Frankreich fand im Morgengrauen des 24. August 1572 der erste Pogrom der Neuzeit, die Pariser Bluthochzeit der Bartholomäusnacht statt. Es starben ca. 2.000 Hugenotten in den Häusern und Straßen der Hauptstadt, ca. 10.000 Hugenotten in anderen Städten Frankreichs.

Gottesdienste im Freien

Nach dem Erlass des Edikts von Nantes im Oktober 1685 durch König Ludwig XIV. war es den Hugenotten verboten, in seinem Land in Kirchen oder öffentlichen Gebäuden zum protestantischen Gottesdienst zusammenzukommen. Viele Hugenotten verließen deshalb ihre Heimat, andere kamen als "Kirche in der Wüste" zu geheimen Versammlungen in Steinbrüchen und an anderen Orten zusammen.

Die Flucht der Hugenotten

Ca. 170.000 Menschen (die genaue Zahl ließ sich bisher nicht ermitteln) verließen innerhalb weniger Monate ihre Heimat Frankreich. Ihr einziger Grund war der Wunsch, als reformierte Christen ohne Verfolgungen und Einschränkungen in ihrem Glauben und ihrer Überzeugung leben zu können. Die Hugenotten waren Glaubensflüchtlinge.

Aufnahme der Hugenotten

44 000 Hugenotten kamen auf der Flucht nach Deutschland. In zahlreichen Dörfern und Städten fanden sie eine neue Heimat. Besonders stark besiedelt wurden Brandenburg-Preußen, Hessen-Kassel, Rhein-Main-Gebiet, Kurpfalz mit Zweibrücken, Franken und Württemberg, aber auch die Hansestädte und Niedersachsen.

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